Speisekarte mit mehr als zwei Bildschirmen

Grundsätzlich kann man an einem PC auch acht oder 16 Monitore anschließen; die Kosten für entsprechende Grafikkarten sind jedoch noch recht hoch. Auf der anderen Seite ist es nicht unbedingt sinnvoll, zu 100 Bildschirmen 100 PCs aufzustellen. Natürlich gibt es auch hier alternative Lösungswege.

Bei der Verwendung von mehr als zwei Bildschirmen stellt sich zunächst die Frage: Was soll gezeigt werden?

Wenn mehrere Monitore immer gleichzeitig den exakt gleichen Inhalt anzeigen sollen, kann man für diese sogenannte VGA-Splitter, DVI-Splitter oder HDMI-Splitter nutzen. Das sind günstige Geräte, die wie Mehrfachsteckdosen funktionieren: Der Splitter wird mit einem Kabel mit der Grafikkarte des PCs verbunden – danach verbindet man jedes Display mit dem Splitter. So lassen sich alle Monitore mit demselben Inhalt zusammenfassen und Grafikkarten-Ports sparen.

Sollen unterschiedliche Inhalte oder gleiche Inhalte zu unterschiedlichen Zeiten auf den Bildschirmen dargestellt werden, benötigt jeder Bildschirm einen eigenen Grafikkarten-Ausgang. Es ist eine Preis/Leistungs-Frage, ob jeder Bildschirm seinen eigenen PC bekommt oder ein großer PC mit mehreren Ausgängen genutzt wird. Die Verkabelungs-Kosten sind hierbei nicht zu vernachlässigen; möglicherweise ist es an einem weiter entfernten Monitorstandort günstiger, einen Bildschirm mit eigenem Zuspieler-PC auszustatten, als ein sehr langes und entsprechend hochwertiges Grafik-Kabel zu verlegen.

In der Realität wird man bei größeren Installationen eine Mischung aus beiden Varianten anstreben. Soll im Gastraum an vier Positionen eine Diashow abgespielt sowie am Eingang und an der Theke eine Preisliste dargestellt werden, wäre eine Verwendung eines PCs mit zwei Monitor-Ausgängen und zweier Splitter zwar vollkommen ausreichend, würde allerdings ein sehr gutes Verkabelungs-Konzept voraussetzen.

Anspruchsvoll wird es bei mehr als zwei unterschiedlichen Inhalten. Hier kommen entweder hochwertige Mainboards zum Einsatz, in denen dann mehrere Grafikkarten Platz finden – oder Graifkkarten aus dem Digital Signage Bereich mit vier und mehr Ausgängen. Setzt man stattdessen mehrere PCs ein, ist möglicherweise die Synchronisierung der PCs untereinander nicht gewährleistet – je nach verwendeter Software.

Eine weitere mögliche, recht neuartige Alternative zu Multiscreen-Grafikkarten sind die Lösungen „Matrox DualHead2Go“ bzw. „Matrox TripleHead2Go“, die sich an den vorhandenen Grafikkarten-Ausgang anschließen lassen und diesen um zwei oder drei weitere Ausgänge erweitern können.

Aktuell wird in den Medien von einer Grafikkarte namens Radeon HD 5870 Eyefinity-6 berichtet, die bis zu sechs Bildschirme per DisplayPort ansteuern kann. Hierzu gibt es derzeit allerdings noch recht wenige Informationen.

Allen Grafikkarten-Lösungen gemeinsam ist, dass mit zunehmender Anzahl Bildschirme pro Rechner die pro Bildschirm zur Verfügung stehende Rechenleistung sinkt. Bei der Anzeige von Bildern mag das nicht weiter auffallen, - sollen jedoch Videos angezeigt werden, womöglich noch in HD, sollte besser jedem Bildschirm ein Zuspiel-Rechner spendiert werden.

Multimonitor-Anwendungen sind die große Spielwiese des Digital Signage. Hier zeigt sich, was eine Lösung leisten kann. In jedem Fall ist die Beratung durch einen Fachmann hier nicht verkehrt und wärmstens zu empfehlen.